Kompetenzfeld Health Care & Services

Der tunesische Markt bietet deutschen Unternehmen, nicht zuletzt durch die Entwicklungen der letzten Jahre, viele Vorteile: Weitreichende Handelsvereinbarungen mit der Europäischen Union, wettbewerbsfähige Produktionskosten, gut ausgebildete Fachkräfte mit verbreiteten Fremdsprachen-Kenntnissen, hoher Industrialisierungsgrad, hohe Mehrwertschöpfung im produzierenden Gewerbe sowie gute logistischen Anbindung zum europäischen Markt. Daher nehmen Industrieexporte, Tourismus und direkte Auslandsinvestitionen eine wichtige Rolle in der Wirtschaft ein. 

Fakten

  • Außenhandelsvolumen Deutschlands mit Tunesien in 2012: 2,86 Mrd. Euro
  • Export deutscher Waren nach Tunesien im Wert von 1,4 Mrd. Euro
  • insbesondere Exporte in den Bereichen Elektrotechnik (24,2%), Kfz und –Teile (17,2 %) und chemische Erzeugnisse (10,6%)

Brancheninformationen

Gesundheitsmarkt

  • Der Markt für Medizintechnik und Gesundheitsdienstleistungen in Tunesien gilt als der am weitesten entwickelte in ganz Nordafrika. Tunesien hat sich zu einem regional bedeutenden Gesundheitsmarkt entwickelt. Patienten aus dem Ausland sorgen für einen Aufschwung. Starker Andrang besteht gegenwärtig vor allem aus Libyen.
  • Die medizinische und paramedizinische Ausbildung in Tunesien:
    - 4 medizinische Universitäten
    - ein pharmazeutisches Institut
    - ein zahnmedizinisches Institut
    - 19 Berufsfachschulen für Gesundheit
    - 5 Gesundheitshochschulen 
    - 21 Ingenieurschulen
  • Innerhalb von 20 Jahren wuchs die Zahl der Privatkliniken von 21 auf 99, besonders in den Bereichen: 
    - Schönheitschirurgie
    - Gefäßchirurgie
    - Orthopädie
    - Urologie
    - Augenheilkunde
  • In den letzten Jahren sind Projekte im öffentlichen Gesundheitsbereich kaum vorangekommen. Einen Investitionsstau gibt es insbesondere beim Ausbau der medizinischen Versorgung in den benachteiligten Regionen und bei der Notfallmedizin.
  • Großes Potenzial für den tunesischen Gesundheitsmarkt zeichnet sich des Weiteren beim Neuaufbau des Gesundheitssektors in Libyen ab. Dabei können deutsch-tunesische Partnerschaften für Krankenhausbetreiber und –ausrüster, Gesundheitsdienstleister oder Pharmahersteller ein wichtiger Faktor sein, um deutschen Unternehmen einen Markteinstieg insbesondere in Libyen aber auch in weiteren Zielländern der Region zu ermöglichen.

Pharmaindustrie

  • Die tunesische Pharmaindustrie wächst kontinuierlich und ist insgesamt als wettbewerbsfähig einzuschätzen. Wichtigster Produzent ist das staatliche Unternehmen Siphat (Société des Industries Pharmaceutiques de Tunisie), das zur Tunesischen Zentralapotheke gehört und rund 22% der heimischen Produktion abdeckt.
  • Neben verschiedenen privaten tunesischen Herstellern haben sich des Weiteren eine Reihe ausländischer Unternehmen, wie Sanofi-Aventis, Pierre Fabre, Pfizer, BMS-UPSA und Baxter in Tunesien etabliert.
  • In Tunesien hergestellte Medikamente können aufgrund eines bilateralen Abkommens problemlos nach Libyen exportiert werden. Auch der algerische Markt ist leicht zu erreichen.
  • Die tunesischen Pharmahersteller, die bislang eher auf den Binnenabsatz orientiert waren, konzentrieren sich inzwischen immer stärker auch auf die umliegenden Exportmärkte. Die wichtigsten Abnehmer waren in den vergangenen Jahren Algerien, Libyen und Frankreich. 

Krankenhausmanagement

  • Auch im Bereich Krankenhausmanagement besteht in Tunesien ein Bedarf, fundiertes Wissen zur Optimierung der vorhandenen Managementkompetenzen auf verschiedenen Ebenen zu generieren und dabei deutsche Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
  • Für deutsche Unternehmen, Cluster, Forschungseinrichtungen und Institutionen bietet dies die Möglichkeit, ihr spezifisches Know-How zu präsentieren und unmittelbar Kooperationen oder Geschäftsmöglichkeiten auf bilateraler Ebene zu eruieren.

IT / Telekommunikation

  • Der IT-Sektor hat einen Anteil von 7,2% am BIP. 2013 ist der Sektor um 14,5% gewachsen. 80.848 Beschäftigte sind im Privatsektor in rund 1.800 Unternehmen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie tätig.
  • Die Unternehmen unterteilen sich wie folgt:
    - 1000 Softwareunternehmen
    - 300 Systemintegratoren
    - 400 Groß- und Einzelhändler 
    - Mehrere R&D Zentren internationaler Unternehmen
  • Dazu kommen etwa 100 Start-Ups, die eine breite Palette von Dienstleistungen, wie Unternehmensberatung, Business-Web-Services (BWS) oder auch Outsourcing-Lösungen zur Erstellung von Websites und Marketing anbieten.
  • Insgesamt steht Tunesien somit derzeit am Anfang einer dynamischen Entwicklung des IT-Sektors. Insbesondere nach der Revolution sind viele tunesische IT-Unternehmen an Kooperationen mit ausländischen Unternehmen interessiert.

Wichtige Kontakte: Get IT

Logistik-Sektor

  • In Tunesien tragen die Transportdienstleistungen mit geschätzten 5% bis 7% zum BIP bei. Allein der Transportsektor umfasst 13% der Investitionen in Tunesien, etwa ein Drittel der Wertschöpfung und ein Drittel der Investitionen im Dienstleistungsbereich. Direkt sind fast 160.000 Menschen in diesem Wirtschaftsbereich tätig.
  • Der Güterverkehr hat eine quantitative und qualitative Veränderung seit den 80er Jahren durchlebt, insbesondere durch die Entwicklung des Offshore-Sektors und die Standortverlagerungen im Textilsektor.
  • Einem Bericht der Weltbank von 2014 zufolge steht Tunesien im Logistics Performance Index (LPI) auf Platz 110 von insgesamt 160 Ländern weltweit. Für diesen Bericht wurden weltweit  Logistikdienstleister zur Logistikfreundlichkeit der Länder in denen sie ansässig sind und mit denen sie Geschäfte tätigen befragt. Faktoren wie die Entwicklung des Handels, die Serviceleistungen der Zollverwaltung, Qualität der Infrastruktur und Pünktlichkeit der Lieferungen zählten ebenfalls dazu. 

Dienstleistungen

Um interessierte Unternehmen individuell über die Potenziale, Chancen und Markteintrittsbedingungen des tunesischen Marktes informieren zu können, bietet die AHK Tunesien ein vielfältiges Beratungsangebot mit kommerziellen Dienstleistungen für den Markteintritt in Tunesien oder die Kooperation mit tunesischen Partnern an.

Quellen

Ansprechpartner

Sonja Miekley

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+216 71 965 280 (ext. 1106)
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Mohamed Anouar Halima

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+216 71 965 280 (ext. 1132)
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