Tunesien nimmt afrikanischen Markt ins Visier

Chancen auch für deutsche Unternehmen

Bisher hält sich der Handel Tunesiens mit seinem eigenen Kontinent in Grenzen. Mit dem Beitritt zur COMESA könnte sich das ändern.

Tunesiens Außenhandel wird vom Austausch mit der Europäischen Union dominiert: mehr als 70 Prozent der Exporte und über 60 Prozent der Importe nehmen den Weg über das Mittelmeer. Die Nähe zu Europa gilt als einer der wesentlichen Standortvorteile des Landes. Auch deutsche Unternehmen produzieren hier oft, um ihre Produkte in Europa abzusetzen oder dort fertig zu stellen. Dagegen blieben 2016 nur etwa 11 Prozent der tunesischen Ausfuhren auf dem Kontinent, davon fast 80 Prozent in Nordafrika (Algerien, Marokko, Libyen und Ägypten).

Diese Tendenz gaben auch deutsche Unternehmen in der Jahresumfrage der AHK Tunesien wieder: Nur 28 Prozent der befragten Unternehmen sagten, von Tunesien aus in Afrika tätig zu sein. Der Austausch Tunesiens mit den anderen Ländern des Kontinents ist damit marginal - bisher.

Mit dem Beitritt zum Gemeinsamen Markt für das Östliche und Südliche Afrika (Common Market for Eastern and Southern Africa, COMESA) will Tunesien die Abhängigkeit von Europa als Handelspartner reduzieren und sich neue Märkte erschließen. Dabei stellt der im Rahmen des COMESA-Gipfels im Juli 2018 vollzogene Beitritt weder den Anfangs- noch den Endpunkt dar.

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